Tarifvertrag avr – bpa arbeitgeberverband

Nur vier (Österreich, Estland, Litauen und Luxemburg) von 24 untersuchten Ländern (für die Niederlande liegen keine Informationen vor) meldeten in den letzten fünf Jahren keine Streikaktionen im Gesundheitswesen. In Luxemburg ist es selten, dass Meinungsverschiedenheiten in diesem Sektor zu Streikaktionen führen, da ein ständiger Dialog zwischen den Sozialpartnern besteht und die Gesundheitspolitik sich auf einen dreiseitigen Ansatz konzentriert. In Litauen wurde ein geplanter Streik abgesagt, da das Arbeitsgesetzbuch vorschreibt, dass die unmittelbaren (lebenswichtigen) Bedürfnisse der Gesellschaft im Falle eines Streiks von medizinischen Arbeitskräften erfüllt werden; in diesem Fall reichte die Androhung eines Streiks aus, um die Regierung und die Gewerkschaften zur Beilegung des Lohnstreits zu führen. Auch Streikdrohungen gaben den betroffenen Parteien in Österreich und Estland genügend Impulse, um vor Arbeitskampfmaßnahmen eine Einigung zu erzielen. In den meisten untersuchten Ländern nehmen alle Gewerkschaften an Tarifverhandlungen teil. Die beiden Gewerkschaften des öffentlichen Sektors für Angehörige des Gesundheitswesens in Österreich und die beiden kürzlich gegründeten Gesundheitsverbände in Griechenland nehmen nicht an Tarifverhandlungen teil. In Bulgarien, der Tschechischen Republik, Frankreich, Irland, Polen, Portugal, Slowenien und der Slowakei gibt es weitere etablierte, ständige dreiseitige Dialogprozesse, die Diskussionen über die Zukunft der Gesundheitspolitik, -reform und -planung beinhalten. In Bulgarien diskutieren die Gemeinderäte für dreiseitige Zusammenarbeit über kommunale Gesundheitsbudgets und die Strukturreform des Gesundheitswesens und haben die Kontrolle über die Umsetzung von Tarifverträgen. In ähnlicher Weise erörtert der Rat für Wirtschaft und Soziales der Tschechischen Republik (RHSD) in der Tschechischen Republik die Finanzierung und Reform des Gesundheitswesens. In Frankreich bietet die 2006 eingerichtete Nationale Gesundheitskonferenz (CNS) ein Diskussionsforum zu Gesundheitsfragen, obwohl nicht nur Die Sozialpartner beteiligt sind und auch Organisationen, die die Nutzer des Gesundheitswesens vertreten, einbezogen werden. Dieses Gremium wird von der Regierung zu den Zielen der öffentlichen Gesundheit konsultiert und kann Verbesserungen des Systems vorschlagen. In Belgien, der Tschechischen Republik, Estland, Frankreich, Griechenland, Norwegen, Portugal und Slowenien besteht ein gewisser Wettbewerb zwischen den Gewerkschaften des Gesundheitssektors. In Ländern wie Deutschland, Italien und Malta wird die Rivalität deutlicher.

Trotz der Rivalität neigen viele Gewerkschaften immer noch dazu, in Fragen der Tarifverhandlungen, der beruflichen Weiterentwicklung von Krankenschwestern und Pflegekräften und der Konsultationen im Öffentlichen Dienst zusammenzuarbeiten. Ein Thema der Tarifverhandlungen in mehreren Ländern (Frankreich, Italien, Norwegen, Spanien und Schweden) war die Erhöhung der Zahl der Vollzeit- und unbefristet beschäftigten Stellen im Gesundheitswesen. Ein Beispiel dafür ist die neue Hauptvereinbarung (HÖK10) in Schweden, die von Kommunal und SALAR/PACTA unterzeichnet wurde, die zweiseitige Ausschüsse mit der Aufgabe einführte, die Zahl der Vollzeitarbeitsverträge zu erhöhen. Diese Ausschüsse werden die verschiedenen Arbeitszeitvereinbarungen/-schemata, lokalen Vereinbarungen und Politiken aufzeigen, um herauszufinden, wo zusätzliches Personal erforderlich sein kann.

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